Fast jedes Briefing beginnt mit „wir brauchen ein paar Produktbilder". Am Ende sind es dreißig. Diese Rechnung zeigt, wie die Zahl zustande kommt und warum sie sich vorher gut abschätzen lässt.
Der Grund ist selten Planlosigkeit. Es liegt daran, dass beim Briefing an das Hauptmotiv gedacht wird, nicht an die Kanäle. Das Hauptmotiv ist ein Bild. Die Kanäle sind ein Dutzend.
Und weil die zusätzlichen Formate erst auffallen, wenn jemand sie anfordert, entstehen sie einzeln, hektisch und meist teurer als geplant.
Zähl nicht Produkte, sondern sichtbar unterschiedliche Varianten. Drei Duftrichtungen mit unterschiedlichem Label sind drei Varianten. Zwei Größen derselben Flasche sind meist eine, wenn der Größenunterschied im Bild nicht zählt.
Üblich sind vier: der Packshot freigestellt für Shop und Handel, ein Hero-Motiv mit Inszenierung, ein Detail für Material und Verarbeitung, und ein Kontextbild in Umgebung.
Für den Shop reicht meist 1:1. Sobald Social und Website dazukommen, sind es 1:1, 4:5, 9:16 und 16:9. Das sind vier Ausspielungen desselben Motivs.
Handelspartner mit eigenen Bildvorgaben, Presse in Druckauflösung, Amazon mit festen Regeln zu Freistellung und Randabstand, dazu Nachträge für Aktionen.
| Schritt | Annahme | Ergebnis |
|---|---|---|
| Varianten | 3 Duftrichtungen | 3 |
| Motivtypen | Packshot, Hero, Detail, Kontext | 12 Motive |
| Formate | 1:1 und 4:5 für alle, 9:16 nur für Hero | 27 Ausspielungen |
| Presse und Handel | je Variante ein Packshot in Druckauflösung | 30 |
Aus „ein paar Produktbildern" sind dreißig geworden, ohne dass irgendwo übertrieben wurde.
Bei einem Fotoshooting kostet jedes zusätzliche Motiv einen Aufbau, jede Variante ein Muster und jedes Format entweder einen Beschnitt oder eine neue Aufnahme. Die Kosten wachsen ungefähr linear mit.
Bei CGI liegt der Aufwand im Modell und im Lookdev. Sind die einmal gebaut, kostet die zweite Variante einen Bruchteil und ein zusätzliches Seitenverhältnis fast nichts. Deshalb kippt der Vergleich mit der Anzahl, nicht mit dem Einzelpreis. Der ausführliche Vergleich beider Wege geht das durch.
Die vierte Frage ist die wichtigste. Wenn Bewegtbild von Anfang an mitgedacht wird, entsteht es aus derselben Szene. Wenn es nachträglich kommt, beginnt die Produktion oft von vorn.
Für ein Produkt mit drei sichtbaren Varianten und den üblichen Kanälen liegen dreißig Ausspielungen im normalen Bereich. Die Zahl entsteht aus Varianten mal Motivtypen mal Formaten, nicht aus der Anzahl der Produkte.
Als Faustregel ab etwa drei bis fünf sichtbar unterschiedlichen Varianten. Ab dort trägt das einmal gebaute 3D-Setup die zusätzlichen Motive und Formate deutlich günstiger als weitere Studioaufbauten.
Bei CGI ja, weil die Szene bestehen bleibt und mit neuer Kamera erneut gerendert wird. Bei Fotografie bedeutet ein neues Seitenverhältnis entweder Beschnitt mit Verlust an Bildaufbau oder ein neues Shooting.
Beschreib mir kurz Produkt, Umfang und Termin. Meist lässt sich in wenigen Sätzen sagen, was gebraucht wird und was der sinnvollste Weg ist.
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