Vorbereitung4 min Lesezeit

Was ein CGI-Projekt von dir braucht, bevor es losgehen kann.

Die häufigste Verzögerung in CGI-Projekten ist nicht die Produktion, sondern das Warten auf Daten. Diese Übersicht sagt dir, was gebraucht wird, was optional ist und wie es weitergeht, wenn nichts davon existiert.

Die kurze Antwort

Ideal sind drei Dinge: CAD-Daten des Produkts, das Artwork als Druck- oder Vektordatei und ein paar Referenzbilder, die zeigen, wie das Ergebnis wirken soll. Mit diesen drei Dingen kann ein Projekt sofort starten.

Fehlt eines davon, ist das kein Ausschlusskriterium. Es verschiebt nur den Aufwand: Was nicht geliefert wird, muss rekonstruiert werden.

CAD-Daten, das Fundament

Gut nutzbar sind STEP, IGES, OBJ und FBX. STEP ist der Normalfall aus der Produktentwicklung und meist die beste Grundlage, weil Maße und Kanten exakt stimmen.

Was dabei oft übersehen wird: CAD-Daten aus der Konstruktion sind für Fertigung optimiert, nicht für Bilder. Sie enthalten häufig Innenteile, Schrauben und Toleranzen, die nie sichtbar sind, und es fehlen die kleinen Verrundungen an Kanten, die im Rendering überhaupt erst dafür sorgen, dass Licht sich fängt. Diese Aufbereitung gehört zur Arbeit und ist ein Grund, warum das erste Bild länger dauert als das zweite.

Wenn kein CAD existiert

Dann wird das Produkt nachgebaut, aus bemaßten Zeichnungen, guten Fotos von mehreren Seiten und Angaben zu Höhe, Durchmesser und Materialstärke. Das ist gut machbar und bei einfachen Formen kaum langsamer. Bei komplexen Geometrien mit Mechanik ist es der größere Teil des Aufwands.

Artwork, der unterschätzte Teil

Ein Produktbild lebt vom Label. Gebraucht wird das Artwork so, wie es in den Druck geht: als PDF, AI oder EPS mit Vektoren, nicht als JPG aus einer Präsentation. Ein hochskaliertes Bildschirm-JPG ist im Close-up sofort erkennbar und ruiniert ein sonst gutes Rendering.

Wichtig sind außerdem die Angaben, die im Artwork selbst nicht stehen: Wo sitzt Spotlack, wo Folienprägung, was ist matt und was glänzend, wo wird geprägt. Genau diese Unterschiede machen den Eindruck von Wertigkeit aus, und sie sind aus einer flachen Datei nicht ablesbar.

Referenzen, damit wir dasselbe meinen

Drei bis fünf Bilder reichen, und sie müssen nicht aus deiner Branche stammen. Nützlicher als "hochwertig und modern" sind konkrete Beispiele mit einem Satz dazu, was daran gefällt: die Lichtstimmung, der Hintergrund, die Bildaufteilung, die Art der Reflexion.

Genauso hilfreich sind Gegenbeispiele. Ein Bild mit "so auf keinen Fall" spart oft eine ganze Korrekturrunde.

Was sonst noch Zeit spart

Was passiert, wenn gar nichts vorliegt

Auch das geht. Aus Skizzen, Maßangaben und einer Beschreibung lässt sich ein Produkt aufbauen, das noch gar nicht existiert. Genau dafür wird CGI in Launch-Projekten oft eingesetzt: die Vela Case Study zeigt ein Skincare-Produkt, das visualisiert wurde, bevor die Produktion begann.

Der Unterschied liegt dann nicht in der Machbarkeit, sondern im Umfang der Abstimmung. Je weniger festgelegt ist, desto mehr wird im Prozess entschieden.

Häufige Fragen

Welche CAD-Formate eignen sich für Produktrenderings?

STEP und IGES sind der Normalfall und meist die beste Grundlage. OBJ und FBX funktionieren ebenfalls. Entscheidend ist weniger das Format als die Frage, ob die Geometrie sauber und vollständig ist.

Geht ein Produktrendering auch ohne CAD-Daten?

Ja. Aus bemaßten Zeichnungen, Fotos von mehreren Seiten und Materialangaben lässt sich das Produkt nachbauen. Bei einfachen Formen kostet das kaum Zeit, bei komplexer Mechanik ist es der größere Teil des Aufwands.

In welchem Format wird das Artwork gebraucht?

Als Vektor- oder Druckdatei, also PDF, AI oder EPS. Ein hochskaliertes JPG aus einer Präsentation ist im Close-up sichtbar und kostet Qualität. Dazu die Angaben zu Veredelungen wie Spotlack, Folienprägung oder Relief.

Du planst einen Launch und willst wissen, was du dafür brauchst?

Beschreib mir kurz Produkt, Umfang und Termin. Meist lässt sich in wenigen Sätzen sagen, was gebraucht wird und was der sinnvollste Weg ist.

Projekt starten